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Dieses grossformatige, schwere Gedenkalbum ist nicht für das Bücherregal gedacht, sondern vielmehr als repräsentatives Schaustück fürs Wohnzimmer oder zur expliziten Präsentation, denn der rückwärtige Buchdeckel ist mit Metallnoppen versehen, die eigens der Auflage des Buches auf einer Tisch- oder Kommodenoberfläche dienen.

 

Im Albumdeckel ist eine feine, 17 x 23 Zentimeter grosse Aquarellmalerei mit Deckweiss hinter Glas eingelassen. Sie zeigt eine Familie mit mindestens drei Generationen verammelt in einem reich begrünten Privatgarten mit Laube. Der Deckel ist wie ein opulenter Bilderrahmen in Neobarock gestaltet: Üppige Metallbeschläge mit Rocaillen und Eckkartuschen umspielen das Aquarellfeld. Die Deckelränder sind mit goldenen Zierbändern versehen. Zwei Metallplaketten nennen den 31. Oktober und die Jahresspanne 1870–1895.

 

Das Innere des komplett unbeschrifteten Albums besteht aus dick gearbeiteten Passepartout-Seiten aus massivem Karton mit Goldschnitt. Acht der Seiten weisen je ein kleinerformatiges Aquarell mit je einer Ansicht aus Alt-Österreich auf, drei davon oval (je ca. 12,5x9cm), fünf im Querformat (je ca. 11,3 x 8,5-9cm). Abgebildet sind Rathaus und Stadtkirche von Leitmeritz (Litoměřice), die k.k. Hutfabrik Skrivan, die Peterskirche in Wien, eine Strassenansicht, eine Wegkapelle mit Bäumen, eine Villa in hügeliger Landschaft und zweimal eine Ansicht von einem noblen Interieur mit Waschtisch und Zahnarzt- oder Barbierstuhl.

 

Genaue Herkunft und Zweck des Prachtalbums sind nicht bekannt, doch die Recherche legt nahe, dass es sich um ein familiäres Erinnerungsalbum handelt rund um den k.k. Hofhutfabrikanten Johann Skrivan, denn mehrere der Abbildungen lassen sich in einen entsprechenden Kontext stellen. Die Familie stammte vermutlich aus dem böhmischen Leitmeritz. Das auf dem einen Aquarell abgebildete Fabrikgebäude mit dem Doppeladler über dem Mittelrisalit ist mit "Hut-Fabrik Skrivan Janos Kalapgyar" bezeichnet. Mit grösster Wahrscheinlichkeit handelt es sich um die ungarische Hauptniederlassung der Firma im heutigen Budapest.

 

Der Blick auf die Wiener Peterskirche nimmt wohl Bezug auf den Wiener Hauptverkaufsladen der Firma Skrivan am Graben. Die Strassenansicht lässt im Hintergrund die Wallfahrtskirche Mariabrunn in Hadersdorf erkennen. Der Firmeninhaber Skrivan hatte einen seiner Wohnsitze in Hadersdorf. Die restlichen Aqurelle mit der Villa, des Bildstockes und dem Interieur stehen wohl im Kontext mit dem Privatleben der Familie Skrivan.

 

Die 25 Jahre umfassende Datumsspanne auf der Albumvorderseite entspricht exakt dem Bestehen der k.k. Hutfabrik Johann Skrivan & Sohn von deren Gründung bis zur Löschung aus dem Handelsregister, nachdem das Unternehmen 1894 insolvent geworden war. Der Skrivan-Sohn führte die Fabrikation unter seinem alleinigen Namen weiter.

 

Somit liegt hier wohl ein repräsentatives privates Erinnerungsstück an eine königlich-kaiserliche Firmenära unter Franz-Joseph vor. Für die Gestaltung und Verarbeitung hat man sich nicht lumpen lassen: Sowohl das Material wie auch die im Sichtbereich nicht signierten und somit anonymen Aquarelle sind sehr hochwertig.

 

Das prunkvolle Schaustück mit Einband aus bestem Leder ist in einem hervorragenden Erhaltungszustand und weist nur wenige Gebrauchsspuren auf, etwa an der Ober- und Unterkante des Albumrückens. Einziger Mangel ist ein Farbfleck am oberen Deckelrand rechts. Die Gesamtmasse des Albums betragen ca. 42 x 36 x 4 Zentimeter.

Prunkvolles Gedenkalbum mit Aquarellen, Wien

CHF 890.00Preis
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