Julius Joseph Graf Bernay von Favancourt und zu Coussay (1804-1880)

 

Aquarellierte Lithografie von Josef Kriehuber von 1851. Kriehuber war der bedeutendste Porträtist des österreichischen Biedermeier und ein Pionier des Lithografierens. Seine Auftraggeber stammten vor allem aus hochadeligen Kreisen und aus dem Kaiserhaus. 1860 hat Kriehuber als erster Künstler überhaupt den Franz-Josef-Orden erhalten. Der Grossteil von Josef Kriehubers lithografischem Nachlass ist heute im Besitz der Wiener Albertina und der Österreichischen Nationalbibliothek.

 

Die Abbildung zeigt den adeligen Militär Bernay-Favancourt als Generalmajor in dekorierter Uniform. Der Spross einer alten französischen Adelsfamilie war seit seinem 16. Lebensjahr in der Armee. 1833 hatte er es bereits zum Hauptmann gebracht, ab 1844 war er Oberstleutnant. 1848 und 1849 nahm er an mehreren italienischen Gefechten teil, vor allem beim Angriff auf die aufständische Stadt Brescia machte er sich verdient, wurde beim Gefecht jedoch schwer verletzt, erholte sich und erhielt für seine Tapferkeit das Ritterkreuz des Militär-Maria-Theresien-Ordens sowie als Kommandant des Infanterieregiments Grossherzog von Baden Nr. 59 auch das Kommandeurkreuz des grossherzoglich badischen Militär-Karl-Friedrich-Verdienstordens. Ab 1850 war Bernay Generalmajor in Italien und befehligte eine Brigade des 6. Armeekorps. Die Folgen seiner Verletzung jedoch zwangen ihn zum vorzeitigen Ruhestand.

 

Die aufwendig handkolorierte Lithografie ist in der Lithographischen Anstalt Johann Höfelich gedruckt worden und beim bekannten Wiener Verlag von Leopold Theodor Neumann erschienen. Die mit (1)851 datierte Lithografie ist im Druck mit der Signatur Josef Kriehubers sowie derjenigen des Abgebildeten versehen.

 

Der Zustand des hinter Glas gerahmten Blattes ist physisch gut. Einige altersbedingte Stockflecken sind in den unbedruckten Bereichen auszumachen, in der oberen Ecke rechts wellt das Papier leicht.

 

Lichtmasse: 51