Eine hervorragende Miniatur auf Elfenbein von Heinrich Fridrich Füger (1751-1818). Sie zeigt Erzherzog Karl von Österreich-Teschen, wohl bedeutendste militärhistorische Figur Österreichs im 19. Jahrhundert. Eine ausführliche Biografie des Feldherrn und Napoleon-Besiegers, dessen weltberühmtes Reiterstandbild von Anton Dominik Fernkorn auf dem Wiener Heldenplatz steht, ist hier nachzulesen.
Heinrich Friedrich Füger gehört zu den einflussreichsten Porträtmaler der Übergangszeit vom Barock zum Klassizismus. 1751 in Heilbronn geboren, kam Füger im Alter von 23 Jahren nach Wien und studierte an der dortigen Akademie der bildenden Künste. Nach einem längeren Aufenthalt in Rom, wo er die Antike und die Malerei Raffaels zum Massstab seines künstlerischen Denkens machte, kehrte Füger zurück nach Wien und etablierte sich innert Kürze zum einflussreichen Akademiemaler. Füger arbeitete für den habsburgischen Hof, porträtierte Kaiser, Erzherzöge und Mitglieder des aufgeklärten Bildungsbürgertums. Füger starb 1818 in Wien hochangesehen. Er wurde auf dem ehemaligen katholischen Friedhof Matzleinsdorf (heute Waldmüllerpark) beigesetzt.
Heinrich Friedrich Fügers Malerei steht exemplarisch für den klassizistischen Hofstil in Wien. Seine Porträts gelten technisch als brillant und streng komponiert. Die Porträtierten kommen bei ihm weniger als individuelle Charaktere daher, sondern repräsentieren Rang, Tugend und gesellschaftliche Ordnung. Kaum ein Zeitgenosse beherrschte dies so wie Füger. Aus heutiger Sicht wirken Fügers Miniaturen eher kühl und distanziert. Doch genau dies macht ihn kunsthistorisch so bedeutend, denn sein Stil spiegelt den Übergang von barocker Repräsentation zu klassizistischer Idealisierung. Damit beeinflusste Füger die hoftypische Malerei des Habsburgerreichs nachhaltig und grenzt sie klar von der folgenden Romantik und vom Biedermeier ab.
Der Wert der vorliegenden Miniatur definiert sich somit zum einen durch den historisch bedeutenden Feldherrn, zum anderen durch die namhafte Hand hinter der Malerei, bei der es sich vermutlich um eine Mischtechnik Aquarell/ Gouache handelt. Die Miniatur ist unten links gut leserlich mit "H. Füger" signiert.
Das ovale Elfenbeinblatt ist hinter Glas in einem Flechtwerk-Messingrahmen mit Gebrauchsspuren gefasst und mit einem Deckpapier hinterlegt, auf dem von alter Hand der Name Erzherzog Karls vermerkt ist. Der rückseitige Messingdeckel mit einem anonymen Monogramm "JW" ist vermutlich später hinzugekommen und rein zweckmässig. Er ist lose, denn die einstige Klammerhalterung fehlt und müsste erneuert werden. Das Blatt und die Malerei selbst sind in einem sehr guten Erhaltungszustand. Masse der Miniatur: 5x4,5cm
Provenienz: von 1990 bis 2024 in deutschem Privatbesitz
Wichtiger Hinweis: Die Miniatur darf nur innerhalb der EU gehandelt werden und wird folglich nur innerhalb der EU verschickt. Eine aktuelle deutsche CITES-Bescheinigung von 2024 ist vorhanden. Für den Export in einen Nicht-EU-Staat muss der Käufer selbst die nötigen Formalitäten beschaffen.
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CHF 6'400.00Preis
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